3. Liga: SVG Fritzlar reist ohne Maier nach Dortmund

Handball-Drittligist SV Germania Fritzlar steht bei der Bundesliga-Reserve des BVB Dortmund vor einer schwierigen Aufgabe.

Lea Gürbig© Richard Kasiewicz

Sie sind jung, schnell und technisch gut ausgebildet. Die Reserveteams der Handball-Bundesligisten verfügen häufig über einen hochtalentierten Nachwuchs. Doch die Partie zwischen der SV Germania Fritzlar und dem BVB Dortmund II (Sa. 16 Uhr) ist nicht nur aufgrund der personellen Besetzung der Gastgeber, sondern auch wegen der Tabellenkonstellation der 3. Liga West ein Spitzenspiel.

Denn der BVB hat bisher nur ein Spiel (33:36 gegen Solingen) verloren und könnte die Germania bei einem Sieg als Tabellenführer ablösen. Großen Respekt hat auch SVG-Trainer Lazar Constantin Cojocar: „Favorit sind wir nicht. In Dortmund muss alles passen, wenn wir gewinnen wollen.“

Das Team von Trainer Tobias Fenske hat vor allem im Rückraum zwei große Talente. Zum einen die erst 17-jährige Halblinke Muriel Wulf, mit 29 Toren beste Werferin der Dortmunderinnen, und zudem amtierende U 17-Europameisterin. Auch Spielmacherin Hannah Kriese ist erst 17 Jahre alt, war für die Fenske-Sieben bisher 25 mal erfolgreich und gewann im Mai mit der B-Jugend des BVB die Deutsche Meisterschaft.

Neben den beiden Hoffnungsträgerinnen verfügt der Tabellenzweite über weitere Talente, im rechten Rückraum etwa ist die U 16-DHB-Auswahlspielerin Mariuca Patru gesetzt. Erfahrung bringt Neuzugang Nicol Bojda mit. Die Rückraumspielerin ersetzte die langjährige BVB-Spielerin Nadja Zimmermann, die den Verein nach zwei Partien aus beruflichen Gründen verließ.

„Wir müssen die beiden Halben früh attackieren, dürfen aber den Mittelblock nicht auflösen, weil Kriese eine sehr gute und gefährliche Spielmacherin ist“, warnt Cojocar. Weiterhin spielen die Gastgeberinnen eine exzellente erste Welle. Dabei stellen die Westfälinnen mit einem Schnitt von 31,5 Toren pro Partie den besten Angriff der Liga; kassieren im Schnitt aber auch 29 Gegentore pro Partie.

Die Domstädterinnen hingegen bauen auf ihre starke 6:0-Defensive (25 Gegentore pro Spiel). „Wir haben gegen Oyten gezeigt, dass wir mit einer guten Einstellung Fehler kompensieren können. Der Sieg hat uns Mut und Selbstvertrauen gegeben“, ist sich Cojocar sicher. Der Rumäne muss in Dortmund allerdings auf den Einsatz von Torhüterin Vanessa Maier (beruflich verhindert) verzichten. Als zweite Torfrau neben Lea Gürbig reist daher Katja Zeller (zuletzt Zwehren) mit nach Westfalen.

HNA Online /// Marcel Glaser /// Foto: Richard Kasiewicz