SVG II ohne Druck gegen Spitzenreiter

Fritzlar. „Wir treten ohne Druck an. Oberursel ist der Favorit“, sagt Handballtrainer Gunnar Kliesch vor der Partie des SV Germania Fritzlar II beim Oberliga-Spitzenreiter (Sa. 19.30 Uhr).

Der Tabellenführer hat mit 432 Treffern den zweitbesten Angriff. Vor allem die rechte Angriffsseite um Außenspielerin Viktoria Heilmann (96 Tore) und die Halbrechte Jana Sellner (63) zeigt sich äußerst treffsicher. Allerdings ist die Verantwortung im TSG-Rückraum auf mehrere Schultern verteilt. Auf der Mitte ist Nadine Okrusch gesetzt, im linken Rückraum deren Schwester Michelle (beide 64 Tore). Zu einer Leistungsträgerin hat sich auch Berit Mies (72 Tore) entwickelt, die variabel einsetzbar ist. Auffällig ist, dass die Südhessinnen mit 373 Gegentoren auch eine der schwächsten Defensivreihen der Liga stellen.
Dies ist für SVG-Trainer Kliesch allerdings vor allem wegen ihrem schnellen Angriffspiel geschuldet: „Sie gehen sehr konsequent in die erste und zweite Welle, dies ermöglicht dem Gegner viele Angriffe.“ Eine Schwäche hat der Übungsleiter trotzdem ausgemacht: „Oberursel hat Probleme im Rückzugsverhalten, das müssen wir ausnutzen.“ Nachdem die Reserve zuletzt Unterstützung von Lorena Lorenz erhielt, kann Kliesch diesmal nicht auf Verstärkung aus dem Drittliga-Team hoffen.

HNA Print /// 15.02.2019 /// mm

25:28 – Fritzlars Abwehr in Oyten ohne Zugriff

Oyten – Rückschlag für Handball-Drittligist SV Germania Fritzlar: Mit 25:28 (13:14) unterlag das Team von Trainer Lazar Constantin Cojocar beim Tabellenvierten TV Oyten. Und kann nun nicht mehr aus eigener Kraft Meister werden.

Esther Meyfarth© Pressebilder Hahn

Normalerweise ist die Defensive die große Stärke der Domstädterinnen. Diesmal stach dieser Trumpf nicht. „Wir haben viel zu viele Gegentore kassiert“, ärgerte sich SVG-Coach Cojocar. Da nutzte es auch nichts, dass Oytens starke Rechtsaußen Lisa Bormann-Rajes krankheitsbedingt gar nicht erst mit wirken konnte. Im Rückraum der Niedersachsen sprangen Jana Kokot, Spielmacherin Denise Engelke und Wiebke Meyer in die Bresche. Allein 23 der 28 Treffer der Gastgeberinnen gingen auf das Konto des Trios. Auch die Umstellung von der 6:0-Formation auf eine 5:1-Variante in der Abwehr griff nicht.

Dabei war die Germania vielversprechend in die Partie gestartet und hatte sich nach dem 3:3 (8.) zu Beginn über 5:3 (12.) und 9:6 (17.) bis zum 12:9 (23.) durch Xenia Ahrend sogar eine Führung herausgespielt.

Dann aber fand der TVO besser in die Partie. Beim 13:13 (27.) hatte Regisseurin Engelke ausgeglichen, Kokot besorgte wenig später die 14:13-Pausenführung. „Wir haben zu viele technische Fehler gemacht und uns zu viele Fehlwürfe geleistet“, monierte Cojocar.

Bis 25:25 für Gäste alles drin

Trotzdem. Die Partie blieb lange offen. Weiter als auf 20:18 (42.) konnte sich der Tabellenvierte nicht absetzen, wobei auch eine enge Deckung für Esther Meyfarth die Gäste nicht aus dem Konzept brachte.

Nachdem Bibiana Huck (23:23, 52.) und Ahrend (25:25, 57.) ausgeglichen hatten, schien sogar die Wende möglich – die technische Fehler und Fehlwürfe verhinderten. Zudem waren die Domstädterinnen nach einer Zeitstrafe gegen Luisa Krüger in den Schlussminuten in der Unterzahl. Das nutzte der Gastgeber clever aus – und sorgte mit drei Toren in Folge für den 28:25-Endstand. Ein für „Lucky“ Cojocar höchst ärgerlicher Rückschlag im Titelkampf: „Statt über die Meisterschaft zu reden müssen wir unsere eigene Leistung wieder verbessern.“

HNA Online /// Marcel Glaser /// Foto: Hahn

Nina Albus sichert SVG das 23:23-Remis

Fritzlar – Die Oberliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II retteten gegen den Tabellennachbarn HSG VfR/Eintracht Wiesbaden ein 23:23 (13:10)-Unentschieden.

Im Abstiegskampf haben die Domstädterinnen dank des 37:19-Hinspielerfolgs im direkten Vergleich gegen die Südhessinnen nun die Nase vorn.

Kaum zu halten: Fritzlars Maxie Hauschild (am Ball) trug fünf Treffer zum SVG-Remis bei.© Pressebilder Hahn

„Die Mannschaft hat heute große Moral bewiesen. Für uns ist das ganz klar ein gewonnener Punkt“, befand SVG-Coach Gunnar Kliesch. Vor allem in der ersten Halbzeit machte die Germania ein starkes Spiel und stand insbesondere in der Deckung sicher. Hier zeichnete sich zum einen der Mittelblock um Maxie Hauschild und Nadine Frank aus. Zudem unterstütze Lorena Lorenz aus dem Drittliga-Team die Reserve und gab der Defensive wichtige Impulse.

Von der starken Abwehr profitierte auch Torhüterin Luisa Fischmann, die vor allem in der ersten Halbzeit kaum zu überwinden war. Insbesondere Wiesbadens Torjägerin Annika Hermenau scheiterte ein ums andere Mal an der Fritzlarer Torfrau.

Aus der Deckung heraus schalteten die Domstädterinnen immer wieder gut um und kamen über ihre schnellen Außen zu einfachen Toren. So ging es mit einer drei Tore Führung in die Pause.

Doch nach dem Wiederanpfiff brach die Kliesch-Sieben ein. Die Gäste drehten – angeführt von der immer stärker werdenden Hermenau (9 Tore) – das Spiel. Mit 18:16 (46.) lagen die Gastgeberinnen in Führungt, verpassten es aber, sich entscheidend abzusetzen.

So entwickelte sich in der Schlussphase eine hart umkämpfte Partie. Eine Minute vor Spielende behielt die gut aufgelegte Rechtsaußen Nina Albus vom Punkt die Nerven und glich zum 23:23 aus. Diese Remis brachte die Germania über die Zeit. Und beendete damit eine Negativserie von sieben Niederlagen.

HNA Online /// MM /// Foto: Hahn

SVG Reserve gegen Wiesbaden unter Druck

Fritzlar. Gunnar Kliesch, Trainer der Oberliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II, ist sich der Bedeutung der Partie gegen die HSG VfR Eintracht Wiesbaden bewusst: „Da zählt nur ein Sieg.“ So., 10.02., 16 Uhr, Sporthalle-KHS Fritzlar

Mit den ehemaligen Bundesliga-Spielerin Annika Hermenau (96 Tore) und Magda Weher (68) haben die Südhessinnen zwei Haupttorschützinnen, die alleine mehr als die Hälfte der 287 Wiesbadener Treffer erzielt haben. Die beiden Rückraumspielerinnen sind im Zusammenspiel mit Kreisläuferin Carolin Baumgart besonders gefährlich. „Wenn wir den Kreis unter Kontrolle haben, gewinnen wir auch das Spiel“, glaubt Kliesch. Das will der SVG-Trainer mit einer 6:0 Deckung um Maxie Hausschild und Nadine Frank im Mittelblock schaffen.

Als Alternative ist eine 5:1 Deckung mit Hannah Grothnes als Vorgezogene angedacht. Im Positionsangriff soll das Kliesch-Team vor allem in die Nahtstellen stoßen. „Wiesbadens Innenblock hat Probleme in der Seitwärtsbewegung, da müssen wir angreifen“, fordert der SVG-Coach. Bis auf die Langzeitverletzten Jana Hoppe, Sarah Oschmann und Johanna Fischer (Schwanger), kann Kliesch aus dem Vollen schöpfen. Und will deshalb im Angriff volles Tempo gehen: „Wiesbaden hat Probleme in der Rückwärtsbewegung. Das müssen wir ausnutzen“. Ansonsten droht den Domstädterinnen der Sturz in den Tabellenkeller.

HNA-Print /// 08.02.19 /// mm

Spielwiederholung wegen Phantomtor mit Auswirkungen auf die Meisterschaft

Spielwiederholung in der 3. Liga West der Frauen, die Begegnung zwischen Bayer Leverkusen II und dem SV Germania Fritzlar wurde nach einem erfolgreichen Protest der Hessinnen annulliert.

Die Partie vom zehnten Spieltag wurde bereits am 4. November ausgetragen, die Juniorelfen hatten die Partie am Ende knapp mit 27:26 (17:12) für sich entschieden. Allerdings hatten die Rheinländerinnen im ersten Durchgang von einem Phantomtor profitiert. In der 29. Spielminute sei ein Leverkusener Treffer doppelt gewertet worden – hatte es zuvor noch 14:10 gestanden, so stand anschließend ein 16:10 zu Buche.

Fristgerecht hatte Germania Fritzlar Einspruch eingelegt und beantragt das Endergebnis zu einem 26:26-Unentschieden zu korrigieren oder das Spiel neu anzusetzen. Mit der Argumentation, dass das „zu viel gegebene Tor ein justiziabler Regelverstoß sei, der im konkreten Fall auch spielentscheidend gewesen sei“, kamen die Hessinnen durch.

Auswirkungen auf Titelkampf

Auswirkungen hat das Urteil auch auf den Titelkampf in der Weststaffel, Fritzlar ist zwar weiterhin Tabellenzweiter mit einem Pluspunkt Rückstand auf den HSV Solingen-Gräfrath (23:5), hat aber nun nur noch vier statt bislang sechs Minuspunkte zu Buche stehen und damit auch die Chance auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga in der eigenen Hand. Zumal auch der Direktvergleich mit 3:1 Punkten nach einem 27:25-Auswärtserfolg und einem 20:20-Remis vor heimischer Kulisse für die Germania spricht.

Fritzlar hat nun in den kommenden beiden Wochen zwei Schlüsselspiele zu absolvieren, am Sonntag reist man zum Tabellenvierten TV Oyten (17:7), eine Woche später kommt die auf Rang 3 liegende Reserve von Borussia Dortmund (18:8) nach Hessen. Leverkusen rutschte aufgrund der Umwertung vom fünften auf den sechsten Platz zurück und liegt nun mit 13:11 Punkten zwischen der HSG Blomberg-Lippe II (14:12) und dem TV Aldekerk (13:13).

Handball-World /// chs /// Foto: Marco Wolf /// Quelle: Link

Rührt Fritzlars Abwehr in Oyten wieder Beton an?

Auf zum nächsten Spitzenspiel! „Abgerechnet wird am Schluss“, sagte Fritzlars Spielmacherin Xenia Ahrend nach dem Remis im vorausgegangenen Hit gegen Solingen. Und richtete den Blick bereits auf die Partie beim TV Oyten (So. 15 Uhr), wo im Titelkampf nur ein Sieg zählt.

Dort wartet auf die Germania alles andere als eine leichte Aufgabe. Denn seit dem Hinspiel am 14. Oktober in Fritzlar hat Oyten keine Partie mehr verloren. Zuletzt gab es einen 36:26-Erfolg gegen Tabellenführer Solingen. „Das war imponierend“, fand auch SVG-Coach Lazar Constantin Cojocar.

Energisch: Fritzlars Hannah Puntschuh. Kann sich die Kreisläuferin gegen Oytens Abwehr durchsetzen? © Pressebilder Hahn

Vor allem ein Trio ragt bei den Gastgebern heraus. Allen voran Regisseurin Denise Engelke. „Sie ist der Kopf, der Dreh- und Angelpunkt des Spiels“, weiß Cojocar. Daneben ist die Ex-BVBlerin Jana Kokut im linken Rückraum gesetzt. Die körperlich starke 27-Jährige kann zudem auch am Kreis eingesetzt werden, wo sie den Domstädterinnen schon im Hinspiel große Probleme bereitete.

Daneben ist auf dem rechten Flügel die bundesliga- und europacup-erfahrene Lisa Bormann-Rajes (früher Blomberg-Lippe) gesetzt. „Wir müssen uns darauf einstellen und bereiten im Training ein zweites Abwehrsystem vor“, kündigt der Fritzlarer Trainer an. Gegen Solingen erzielte das Trio allein 28 der 36 Treffer des TVO.

Defensiv setzen die Niedersachsen auf eine 6:0-Formation, hinter der die Ex-Zweitliga-Spielerin Romina Kahler und die 35-fache US-Nationalspielerin Bryana Newbern ein starkes Gespann bilden.

Hannah Puntschuh und Co. wollen sich aber in Oyten nicht allein auf ihre Defensivqualitäten verlassen. Cojocar fordert in der Offensive eine Leistungssteigerung. Wobei wie gehabt alle Spielerinnen zu Einsatzzeiten kommen. Ein Vorteil, denn Oyten verfügt über einen kleinen Kader, so dass die Leistungsträgerinnen Bormann-Rajes, Kokut und Engelke meist durchspielen müssen. Gut möglich also, dass der Tabellenvierten am Schluss Probleme bekommt. Wie im Hinspiel, als die SVG einen sechs-Tore Rückstand noch drehte.

HNA Online /// Marcel Glaser /// Foto: Hahn

Fritzlar kündigt Solingen nach 20:20 im Spitzenspiel harten Zweikampf um den Titel an

Fritzlar – Der Enttäuschung der Fritzlarer Handballerinnen über den verpassten Sieg im Spitzenspiel der 3. Handball-Liga West wich sehr bald einer Kampfansage an Tabellenführer Solingen-Gräfrath.

Spiele werden im Angriff und Meisterschaften in der Abwehr gewonnen. Eine alte Handballweisheit, die überdauert hat. Und an die sich immer noch viele Trainer halten. Nur was tun, wenn in einem einzigen Spiel möglicherweise die Meisterschaft entschieden wird? Die Antwort des SV Germania Fritzlar: Die Defensive nochmals verstärken.

Kaum zu überwinden: SVG-Torhüterin Vanessa Maier, die hier gegen die Solingerin Mandy Reinarz pariert. Fritzlars Esther Meyfarth (r.) kann nicht mehr eingreifen. © Pressebilder Hahn

Genau so bändigte der heimische Handball-Drittligist im Gipfeltreffen die beste Offensive der Liga. Doch das „Werk“ der Cojocar-Schützlinge blieb unvollendet. Denn mit dem für die Gäste glücklichen 20:20 (13:10)-Remis verteidigte der HSV Solingen-Gräfrath die Tabellenführung. „Ein enorm wichtiger Punkt“, wusste HSV-Trainerin Kerstin Reckentäler, „denn dadurch haben wir es nun selbst in der Hand, auch am Ende ganz oben zu sein.“

Allerdings werden sie auf dem angestrebten Weg in die Relegation zur 2. Liga (gegen den Meister der 3. Liga Nord) den Atem des Verfolgers spüren. „Wir sind dran“, sagt SVG-Torfrau Maier, „und wollen Solingen weiter unter Druck setzen.“ Der überragende Rückhalt der Domstädterinnen, an dem die hochgelobte und prominente Rückraumreihe um Tor-Torjägerin Vanessa Brandt sowie den Zweitliga erfahrenen Mandy Reinarz und Sandra Münch phasenweise verzweifelten.

Vanessa Maier brannte, von Anfang an, auch um die Einschätzung von Oldenburgs Trainer Andreas Lampe zu widerlegen, der in einem HNA-Teamvergleich das Solinger Duo Jackstadt/Vernay in höchsten Tönen als bestes der Liga gelobt hatte. Sowohl die ehemalige Deutsche Meisterin der A-Jugend wie auch die australische Nationalspielerin standen dann aber im Schatten der 25-Jährigen.

Auch weil sie sich voll und ganz auf ihre Vorderleute verlassen konnte. Die verdichteten die Mitte und lagen mit dieser taktischen Marschroute ihres Trainers „Lucky“ Cojocar goldrichtig. Weil die rechte Angriffsseite der Gäste diesmal deutlich abfiel. Und weil Torjägerin Vanessa Brandt bei ihren Sprungwürfen immer wieder ins Zentrum zog. Dabei allerdings in Vanessa Maier oder im Fritzlarer Mittelblock ihren Meister fand.

Das machte Sinn und mit zunehmendem Spielverlauf sogar Spaß. Der überragenden SVG-Defensive auf dem Feld und den Zuschauern auf der gut gefüllten Tribüne. Denn die bejubelten die Tore ihrer Mannschaft genauso wie gelungene Abwehraktionen. Und hatten diese mit aufmunternden Beifall nach dem Schlusspfiff ganz schnell aus der Lethargie des verpassten Sieges geholt.

Motivationshilfe für den Titelkampf

Als Motivationshilfe für den Aufstiegskampf dürfte auch die Ankündigung von Steffen Schmude dienen, die Lizenz für die 2. Liga zu beantragen. „Wir werden‘s versuchen“, erklärte der Teammanager. Und hofft nach den beiden kommenden „Schlüsselspielen“ in Oyten und gegen Dortmund „klarer zu sehen“.

Kann gut sein, dass ihm das Team genau diesen Wunsch nicht erfüllt. Dass nämlich der Zweikampf an der Spitze ähnlich dem Gipfeltreffen spannend, ja dramatisch bis zum Schluss bleibt.

HNA Online /// Ralf Ohm /// Foto: Hahn

Germania Fritzlar II bricht nach der Pause ein…

Germania Fritzlar II bricht nach der Pause ein Nichts zu holen gab es für die Drittliga-Reserve des SV Germania Fritzlar in der Handball-Oberliga.

Beim Tabellendritten TV Hüttenberg unterlag das Team von Trainer Gunnar Kliesch 21:31(12:12). Die Mannschaft bleibt dabei weiter im Tabellenkeller und hat nun bereits drei Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

Die Domstädterrinnen fanden zunächst gut in die Begegnung und waren vor allem in der Deckung hellwach. Immer wieder schaffte es die SVG-Defensive den starken Rückraum unter Druck zu setzten und schlechte Abschlüsse zu erzwingen. So führte Fritzlar nach 15 Minuten mit 5:4. Bis zur Pause lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Nach dem Seitenwechsel fand die Germania jedoch nicht mehr zu ihrer spielerischen Linie. Einzig Rechtsaußen Nina Albus stemmte sich gegen die Niederlage. „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr diszipliniert gespielt, in der zweiten Hälfte haben wir zu viele Chancen liegen gelassen“, ärgerte sich SVG-Coach Gunnar Kliesch.

Immer wieder trafen Hannah Grothnes und Co. Das Aliminium oder scheiterten an der ehemaligen Böddiger Torhüterin Janina Köhler. Das nutzen die Gastgeberinnen zu einfachen Toren über die erste und zweite Welle. Über 15:16 (37.) setzten sich die Gastgeberinnen, bei deren die Halbrechte Antina Pauschert eine starke Partie ablieferte, auf 22:16 (47.) ab. Auch eine Auszeit von Kliesch brachte die Gäste nicht mehr zurück in die Partie. Schließlich ergab sich der Aufsteiger in sein Schicksal, während die Mittelhessinnen den Vorsprung weiter ausbauten. Pauschert setzte den Schlusspunkt zum 31:21 Entstand.

SVG: Fischmann, Zeller, Hausschild 3, Frank 3, Bücker 2, Albus 10/3, Grothnes 1, Bachmann 1, Werner 1.

SR: Hildebrandt/Loll/(Fulda). Siebenmeter: 3/3:3/3. Zeitstrafen: 0/4Minuten.

HNA Print /// 04.02.2019 /// MM

20:20-Remis fühlt sich für Fritzlar wie eine Niederlage an

Fritzlar – Im Gipfeltreffen der 3. Handball-Liga West teilten sich Germania Fritzlar und Solingen-Gräfrath beim 20:20 die Punkte, womit die Gastgeber den Sprung an die Tabellenspitze verpassten.

Nein, sie hatten nicht verloren, die Fritzlarer Handballerinnen. Obwohl die Reaktionen nach dem Spitzenspiel der 3. Liga West darauf schließen ließen. Während die Akteurinnen des HSV Solingen-Gräfrath zu einer jubelnden Spielertraube verschmolzen, standen Meyfarth, Horn und Co. noch etwas verloren in der Sporthalle der König-Heinrich-Schule herum.

Fritzlarer Aktivposten: Xenia Ahrend (vorn), die in die ser Szene Solingens Sandra Münch stehen lässt. Trotzdem reichten die sieben Treffer der Rückraumspielerin nicht zum Sieg. © Pressebilder Hahn

Lazar Constantin Cojocar klärte auf. „Das Remis fühlt sich wie eine Niederlage an“, bewertete der Trainer der SV Germania das 20:20 (13:10) gegen den Tabellenführer. Und auch die überragende Vanessa Meier war trotz ihrer 19 Paraden untröstlich: „Den Sieg hätten wir nach Hause bringen müssen.“

Maier und Ahrend überragten

Warum? Weil die Gastgeberinnen nach 48 Minuten mit 18:14 führten. Dabei den stärksten Angriff der Liga längst entzaubert und sogar Top-Torjägerin Vanessa Brandt an die Kette gelegt hatten. Sie leistete sich ungewöhnlich viele Fehlwürfe oder wurde dazu von der aggressiven 6:0-Deckung des Gegners gezwungen. Oder scheiterte an Torfrau Maier, die den Gästen kurz zuvor (44.) sogar zwei Tempogegenstöße hintereinander weggenommen hatte. Fritzlar brannte zwar im Positionsangriff auch kein Feuerwerk ab, blieb aber trotz aller Abschlussprobleme gewohnt „cool“ und schien nach Anlaufproblemen in der zweiten Halbzeit die Lücken im 3:2:1-Abwehrsystem der Westdeutschen gefunden zu haben: Lena Dietrich über Linksaußen, Hannah Puntschuh am Kreis und die quirlige Xenia Ahrend von fast allen Positionen, die zudem vom Siebenmeterpunkt keine Nerven kannte.

Ja, das Feld schien bestellt, um den Tabellenführer zu stürzen und an der Spitze abzulösen. Dann jedoch ging der Gastgeber-Offensive die Luft aus. Auch weil sie zu oft in Unterzahl agieren musste. Nach Holeczys Zeitstrafe (48.) waren die Gäste auf 18:16 heran, nach Krügers Zwei-Minuten-Zwangspause (50.) auf 18:17. Doch dank Ahrends Treffer zum 19:17 – ihr dritter verwandelter Siebenmeter – schien aus Sicht der Fritzlarerinnen wieder alles gut zu werden, zumal sie nun selbst in Überzahl agierten.

Die aber nicht nutzen konnten. Stattdessen glichen Mandy Reinarz und Vanessa Brandt aus (57.), was eine höchst dramatische Schlussphase zur Folge hatte. Die Melina Horn sechs Sekunden vor Schluss hätte krönen können, doch ihr Wurf wurde eine sichere Beute von HSV-Torfrau Manon Vernay. Was Gäste-Trainerin Kerstin Reckentäler aufatmen ließ: „Mit diesem Punkt können wir sehr zufrieden sein.“ Genau das war der Rivale nicht.

HNA Online /// Ralf Ohm /// Foto: Hahn

Teamvergleich: Germania Fritzlar trifft auf HSV Solingen-Gräfrath

Fritzlar. Wer ist der Favorit im Spitzenspiel der 3. Handball-Liga West (So. 17 Uhr Sporthalle der KHS)? Andreas Lampe muss es wissen.

Schließlich hat er mit dem Juniorteam des VfL Oldenburg sowohl gegen Germania Fitzlar wie auch gegen den HSV Solingen-Gräfrath gespielt. Und beide Spiele verloren.. Im Teamvergleich sieht der 32-jährige Coach die Gäste leicht im Vorteil. Deren entscheidender Trumpf könnte ihr überragender Rückraum sein.

Tor

Mit Lorena Jackstadt, deutsche Meisterin mit der A-Jugend sowie im Juniorteam der Erstligisten Blomberg-Lippe und Leverkusen ausgebildet, und der australischen Nationalspielerin Manon Vernay hat der HSV zwei Torfrauen, die auch 2. Bundesliga spielen könnten. Für mich ist es das mit Abstand beste Gespann der Liga.

Vorteil Solingen.

Sowohl Bibiana Huck und Lena Dietrich auf Fritzlarer Seite wie Franziska Penz und Laura Sosnierz bei Solingen gehen gern und dynamisch in den Gegenstoß. Der Heimvorteil könnte dabei die Außen der Gastgeberinnen beflügeln.

Kleiner Vorteil Fritzlar.

Rückraum

Hier kommt man in der Liga nicht an Solingen vorbei. Mit Junioren-Nationalspielerin Vanessa Brandt, derzeit die torgefährlichste Spielern der Liga sowie Sandra Münch und Mandy Reinartz haben die Gäste einen Rückraum der Extraklasse mit reichlich Erfahrungen aus höheren Ligen. Die hat auch die während der Saison noch dazu gestoßene Ex-Kirchhoferin Sharelle Maarse. Fritzlar ist hier nicht ganz so gut aufgestellt.

Vorteil Solingen.

Kreisläufer

Beide Teams sind hier mit Hannah Puntschuh und Luisa Krüger bzw. Lina Klinnert und Stephanie Wojtowicz gut aufgestellt.

Ausgeglichen.

Abwehr

Germania Fritzlar stellt mit 298 Gegentoren die beste Defensive der Liga. Beide Mannschaften verteidigen vorrangig im 6:0-Verbund. Kerstin Reckenthäler setzt zwar auf schnelles Umschalten, doch die von ihr favorisierte 3:2:1-Deckung hat Solingen noch nicht ganz verinnerlicht.

Vorteil Fritzlar.

Angriff

Solingen hat bei einem Schnitt von über 31 Toren pro Spiel die beste Offensive der Liga, was hauptsächlich auf das Konto der überragenden Rückraumreihe geht. Auch taktisch hat der HSV mehr Möglichkeiten im Angriffsspiel.

Vorteil Solingen.

Trainer

Für mich sind „Keke“ (Kerstin Reckenthäler) und „Lucky“ (Lazar Constantin Cojocar) die besten Trainer der Liga. Sie lassen sich im Verlauf des Spiels immer wieder etwas einfallen, um den Gegner vor neue Aufgaben zu stellen. Dieses Spitzenspiel könnte daher auch von der Bank entschieden werden.

Ausgeglichen.

Prognose: Ich tippe auf einen knappen Sieg für Solingen.

HNA Online /// Ralf Ohm /// Foto: Hahn

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