Fritzlar bleibt Spitzenreiter Solingen mit Kantersieg auf den Fersen

Fritzlar – Mit einem fein herausgespielten 32:21 (18:8)-Erfolg gegen den 1. FC Köln bleibt Germania Fritzlar Drittliga-Spitzenreiter Solingen auf den Fersen.

Einen Zehn-Tore-Sieg aus dem Hinspiel im zweiten Vergleich zu toppen – zumal wenn sich der Gegner zwischenzeitlich gefangen hat – ist eine Mammutaufgabe. Drittligist Germania Fritzlar bewältigte sie. Dank der überragenden Esther Meyfarth, die acht Sekunden vor Schluss mit ihrem fünften Tor den 32:21 (18:8)-Sieg gegen den 1. FC Köln perfekt machte, der das 25:15 im ersten Duell in den Schatten stellte. Wichtiger noch: Die SVG bleibt Spitzenreiter Solingen auf den Fersen, der sich beim 35:25 gegen den VfL Oldenburg ebenfalls keine Blöße gab.

In der Abwehr eine Bank und am Kreis eine sichere Vollstreckerin: Lorena Lorenz, die vier Treffer zum Fritzlarer Kantersieg beitrug.© Pressebilder Hahn

„Das war okay“, zeigte sich Trainer Cojocar zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. Besonders bis zum 26:13 (42.), als die Gäste in Gefahr liefen, aus der Halle gefegt zu werden. Von einem Spitzenteam, dass sich in der Defensive das Selbstvertrauen für die eigenen Angriffsaktionen holte, um die Rheinländerinnen noch vor der Pause nach allen Regeln der Handballkunst auseinander zu nehmen. „Unsere gute Abwehr hat uns vorne stärker gemacht“, erklärte Lorena Lorenz. Die 31-Jährige, die selbst im Mittelblock für einige Ballgewinne sorgte und postwendend in „Futter“ für die eigene erste und zweite Welle verwandelte: „Diese leichten Tore haben uns aufgebaut und den Gegner geschwächt.“

So wurde aus dem 3:3 (8.) ein 10:5 (20.), davon vier Tempogenstöße der Fritzlarerinnen, die sich spätestens nach Dreyers Treffer zum 13:6 (24.) in einen „kleinen Rausch“ (Lorenz) gespielt hatten. Auf einmal klappte alles: über Außen, von wo Lena Dietrich durch zwei Treffer auf 15:7 erhöhte. Per dritter Welle durch Maria Kiwa (17:8). Und, wunderbar freigespielt, aus dem Positionsangriff (Meyfarth zum 18:8). „Wir haben das Tempo hoch gehalten“, freute sich „Lucky“ Cojocar.

Erst Mitte der zweiten Halbzeit kam der Tabellenneunte zum Luftholen – und nutzte das zur Ergebniskosmetik, so dass Gästecoach Markus Pabst zumindest an dem Auftritt seiner Mannschaft nach dem Wechsel etwas Freude hatte: „Da haben wir aggressiver verteidigt und konsequenter abgeschlossen.“ Da glänzte dann auch die für die entnervte Julie Bärthel eingewechselte Sabrina Kochs mit einige Paraden, ohne indes die überragende Vanessa Maier in den Schatten stellen zu können.

Als dann jedoch Vilte Duknauskaite in Unterzahl auf 29:19 erhöhte (54.), erwachte der Fritzlarer Ehrgeiz doch noch einmal. Und mündete in den dritthöchsten Saisonsieg nebst der Gewissheit, nach dem Kantersieg in Köln vor eigenem Publikum noch einen drauf gesetzt zu haben.

HNA Online /// Ralf Ohm /// Foto: Hahn

Klassenerhalt für SV Germania Fritzlar II kaum noch zu schaffen

Das tut richtig weh: Mit einem Sieg hätten die Oberliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II mit Gegner TGS Walldorf gleichziehen können, die den ersten Nicht-Abstiegsplatz belegen. Doch das Team von Trainer Gunnar Kliesch scheiterte kläglich und unterlag mit 23:31 (13:13).

„Vielleicht war der Druck einfach zu groß. Wir haben nie ins Spiel gefunden“, ärgerte sich der SVG-Coach. Von Beginn an hatte sein Team große Probleme mit dem individuell starken Rückraum der Gäste um Selina Schönhaber (11 Tore) und Friederike Hicking (9). Die immer wieder in die Nahwurfzone kamen, einfache Tore erzielten oder sich Strafwürfe erarbeiteten.

„Wir haben es in der gesamten Begegnung nicht geschafft, die Zweikämpfe richtig anzunehmen“, erklärte Kliesch. So setzte sich Walldorf schnell auf 7:3 (9. Minute) ab. Erst die Einwechslung von Torhüter-Routinierin Katja Zeller brachte etwas Stabilität in die Abwehr und Fritzlar kämpfte sich zurück in das Spiel. In der 27. Minute sorgte Maike Naumann per Strafwurf für den 12:12-Ausgleich. Luisa Krüger ließ das 13:12 folgen (29.) Das sollte Fritzlars einzigeFührung bleiben.

Nach dem Seitenwechsel lief bei den Domstädterinnen gar nichts mehr zusammen. „Wir haben eigentlich eine gute Situation. Haben gerade den Rückstand aufgeholt und spielen dann so eine zweite Hälfte“, zeigte sich Kliesch ratlos. Der Rückraum mit Paula Bachmann, Nele Bittdorf und Theresa Werner hatte große Probleme mir der offensiven 5:1-Deckung der Gäste und leistete sich viele technische Fehler. Diese nutzten die Mittelhessen zu einfachen Toren und zogen vorentscheidend auf 26:19 (50.) davon. Durch die Niederlage ist der Klassenerhalt in weite Ferne gerückt. Zwei Spieltage vor Schluss sind es nun schon vier Punkte auf das rettende Ufer.

Fritzlar: Suchy (1.-12., 47.-60., 6 P./ 19 G.), Zeller (10/12), Grothnes 5, Frank 4, Naumann 3/3, Bachmann 3, Oschmann 3, Albus 2, Alter 1, Werner 1, Krüger 1, Hauschild, Bittdorf, Bücker.

Walldorf: Schulte (7/22), Büßer (bei einem 7m, 0/1), Hicking 9, Schäfer 6, Unnold 2, Fleischhacker 2, Schönhaber 11/8, Andrikopoulou 1, Wiener, Kornhuber, Rausch, Gastgeb.

SR: Ernst/Henkel. Zuschauer: 50.

Siebenmeter: 4/3:8/8. Zeitstrafen: 8:0-Minuten.

HNA Online /// Moritz Minhöfer /// Foto: Hahn

Fritzlars Trainer Cojocar warnt vor Kölns Abwehr

Fritzlar – Etwa einen Monat ist es her, dass Julie Bärthel ihren Freundinnen Vilte Duknauskaite, Lorena Lorenz und Lea Gürbig zum Karneval in Köln einlud. Am Sonntag (17 Uhr Sporthalle der KHS) sind die drei Fritzlarerinnen die Gastgeber.

Allerdings laden sie nicht zum Feiern, sondern zum Handball-Duell in der 3. Liga ein, wenn der heimische SVG auf den 1. FC Köln trifft, wo die Ex-Kirchhoferin im Tor steht. Und Positives zu berichten hat. „Wir sind gut drauf“, sagt die 26-jährige Studentin. So gut, dass sich die Bundesliga-Reserve des BVB in der Domstadt mit 28:34 geschlagen geben musste. So gut, dass der Tabellendritte Oyten (29:28) gegen den FC nur knapp an einer Heimpleite vorbeischrammte. So gut, dass die Pabst-Schützlinge vier Spieltage vor Schluss so gut wie gerettet sind.

Willkommene Verstärkung: Melina Horn kehrt gegen Köln in den Fritzlarer Kader zurück. © Pressebilder Hahn

Der Grund: Endlich ist der Knoten im Angriff geplatzt, wo spät, aber nicht zu spät der Ausfall der beiden Halblinken Vanessa Idelberger und Julia Schumacher durch Maria Kottmann und Neuzugang Anika Henschel (kam nach der Winterpause vom Drittligisten Pfullingen) kompensiert werden konnte. Dazu hat sich auch Rückraumspielerin Felicia Idelberger gesteigert und kann, so Bärthel, „auch schon mal ein Spiel allein entscheiden.“

Fernduell mit Solingen

Noch größeren Respekt hat der SVG-Trainer vor der starken Kölner 6:0-Deckung, die zudem hervorragend mit Torfrau Bärthel zusammen arbeitet. Unschwer zu erwarten, dass es so „leicht“ wie im Hinspiel (15:25) nicht wird. Trotzdem will Lazar Constantin Cojocar auch diesmal wieder auf eine kompakte 6:0-Abwehr bauen, um über die erste und zweite Welle zu leichten Toren zu kommen. Von seinem Positionsangriff, den die wieder genesene Melina Horn verstärken wird, verlangt er „Geduld“, um der (nach Gegentoren) drittbesten Defensive der Liga ihren Schrecken zu nehmen.

Einen weiteren Blick aufs Restprogramm verbittet er sich. Weiß aber auch, dass der Kampf um die Meisterschaft noch nicht entschieden ist. Patzt Tabellenführer Solingen (gegen Oldenburg II), will er mit seiner Mannschaft zur Stelle sein. Und die sich somit gegen Köln schadlos halten, so dass die vier Freundinnen vielleicht doch noch einen Grund zum Feiern haben.

HNA Online /// Ralf Ohm /// Foto: Hahn

Fritzlar II hilft gegen Walldorf nur ein Sieg

Fritzlar – Es sind nur noch drei Spieltage in der Handball-Oberliga der Frauen und im Abstiegskampf ist noch alles offen. Für den SV Germania Fritzlar II zählt gegen den direkten Konkurrenten TGS Walldorf (So. 14 Uhr, KHS-Halle Fritzlar) daher nur ein Sieg.

Dabei ergibt sich gegen die Mittlhessen eine sehr brisante Situation. Nur zwei Punkte trennen die Germania von den Walldorferinnen, die mit 13:25-Zählern den ersten Nichtabstiegsplatz belegen. Bei einem Sieg würden die Domstädterinnen mit der TGS gleichziehen. In der Hinrunde bat die heimische Drittliga-Reserve aufgrund vieler Verletzter um eine Spielverlegung, die Walldorf jedoch ablehnte. Weil die Germania letztlich nicht antreten konnte, gingen die Punkte an die TGS, ebenso wie der direkte Vergleich. „Das ist noch einmal eine extra Motivation für uns“, sagt daher SVG-Trainer Gunnar Kliesch.

Walldorf ist ein unangenehmer Gegner. Zwar hat die TGS mit im Schnitt 21 Toren pro Spiel den schwächsten Angriff der Liga, mit nur 23 Gegentoren allerdings auch die beste Defensive. Im Angriff stechen mit Linksaußen Selina Schönhaber (113 Tore), Rückraumspielerin Friederike Hicking (72) sowie Spielmacherin Nathalie Schäfer (65) drei Spielerinnen heraus. Dem Trio will der Trainer mit einer kompakten 6:0-Deckung begegnen. Da der Einsatz der angeschlagenen Nadine Frank fraglich ist wird Anamaria Puda neben Maxie Hauschild in den Mittelblock rücken.

Im Angriff verlangt der Coach konsequente Abschlüsse. Der Rückraum soll aggressiv in die Nahtstellen der gegnerischen 6:0-Abwehr stoßen. Für das Spiel wird die Reserve Unterstützung aus der ersten Mannschaft erhalten.

HNA Online /// MM /// Foto: Hahn

Fritzlar II verliert nach 5:1 noch mit 25.34 in Bensheim

Bensheim. Diesmal nicht: Nach gutem Beginn unterlagen die Oberliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II der HSG Bensheim/Auerbach II mit 25:34 (9:15).

„Wir haben viele technische Fehler gemacht und sind an uns selbst gescheitert“, erklärte SVG-Coach Gunnar Kliesch. Am Anfang sah noch alles nach einem Überraschungserfolg aus. Angetrieben von Kreisläuferin Nadine Frank und Rückraumspielerin Anamaria Puda erspielten sich die Domstädterinnen eine 5:1 Führung 11.). Nach und nach fanden die Südhessinnen besser in die Partie. Auch weil Fritzlar bessere Chancen ungenutzt ließ und die Erstliga-Reserve zu Gegenstößen einlud. Spielmacherin Julia Niewiadomska bracht die Gastgeber in Schlagdistanz. Die polnische Jugendnationalspielerin war besonders aus der zweiten Welle nicht zu stoppen.

So ging die HSG durch Lisa-Marie Schmidt erstmal in Führung (8:7) und baute die Führung 11:8 (25.) auf 15:9 zur Halbzeit aus. „Bensheim war konsequenter im Abschluss und im Umschaltspiel kaum zu verteidigen“, sagte Kliesch. Paula Bachmann und Co. Kamen nochmal auf 11:16 und 21:25 heran. Doch ein vergebener Siebenmeter und zwei verworfene Tempogegenstöße waren dann zu viel.

Fritzlar: Fischmann, Suchy, Albus 8/5, Frank 5, Bachmann 5, Grothnes 2, Puda 2, Werner 2, Naumann 1, Hausschild, Alte, Oschmann, Bücker.

HNA Print /// 01.04.2019

Fritzlar II ohne Bittdorf und Krüger nach Bensheim

Nach zuletzt zwei Siegen in Folge geht die Drittliga-Reserve des SV Germania Fritzlar mit viel Selbstvertrauen in die Partie bei der viertplatzierten HSG Bensheim/Auerbach II (So. 16 Uhr) in der Oberliga.

Vier Spieltage vor Saisonende trennen die Domstädterinnen nur zwei Punkte von einem Nicht-Abstiegsplatz. Dennoch erwartet die Germania beim Mitaufsteiger eine schwere Aufgabe.

„Bensheim ist körperlich unheimlich präsent“, erklärte SVG-Coach Gunnar Kliesch. Um dem zu begegnen, soll sich die Fritzlarer Offensive um Rückraumspielerin Maxie Hauschild klare Chancen erarbeiten und Torhüterin Josefin Lotze nicht zum spielentscheidenden Faktor werden lassen.

Im Angriff lebt das Team von Trainerin Lisa Mößinger von ihrem starken Rückraum um die Bundesliga erfahrene Linkshänderin Ingrida Bartaseviciene (76 Tore) sowie der wurfgewaltigen Jugendnationalspielerin Nina Rädge (118). „Sie haben eine enorme Qualität“, warnt Kliesch. Dazu kommt, dass die Südhessinnen auch auf die Dienste des 16-jährigen polnischen Top-Talents Julia Niewiadomska setzen können. Anders als in den vergangenen Partien muss der Handball-Lehrer diesmal auf Luisa Krüger und Nele Bittdorf aus dem Drittliga-Team verzichten.

HNA Online /// MM /// Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar II landet 24:22-Coup gegen Kriftel im Abstiegskampf

Fritzlar – Der Coup ist geglückt: Die Oberliga-Handballerinen des SV Germania Fritzlar II besiegten den Tabellendritten TuS Kriftel mit 24:22 (15:12) und liegen nur noch zwei Punkte hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz.

„Das war taktisch eine ganz starke Leistung“, lobte SVG-Coach Gunnar Kliesch seine Mannschaft. Vor allem das Zusammenspiel zwischen der Abwehr und den Torhütern funktionierte ausgezeichnet und sowohl Luisa Fischmann als auch Nina Suchy wussten zwischen den Pfosten zu überzeugen. Besonders Suchy war in der entscheidenden Phase mehrmals zur Stelle und mit über 50 Prozent gehaltenen Bällen einer der Sieggaranten.

Im Anflug: Fritzlars Theresa Werner steuerte zwei Treffer zum wichtigen Heimsieg bei. © Pressebilder Hahn

Von Beginn an fanden die Domstädterinnen gut in die Begegnung und konnten sich auf 3:1 (5. Minute) absetzen. Luisa Krüger, die aus der ersten Mannschaft aushalf, führte auf der Rückraummitte-Position klug Regie und Hannah Grothnes fand von der Halben immer wieder Nina Albus auf Rechtsaußen offen. „Kriftels versetzte 5:1-Deckung ist sehr unangenehm zu bespielen, aber wir waren super diszipliniert“, lobte Kliesch das Offensivspiel.

Dann hatte Fritzlar 6:0-Deckung jedoch einige Probleme mit Kriftels gut getimten Kreisanspielen. Mehrfach entwischte Kreisläuferin Isabel Göbel dem Innenblock mit Nadine Frank und Krüger und glich in der zehnten Minute zum 5:5 aus. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Bis zum 12:12 (28.) blieb es ausgeglichen. Aber zwei Treffer von Theresa Werner so wie ein Gegenstoß von Krüger kurz vor Abpfiff brachten Fritzlar die 15:12-Halbzeitführung.

Nach Wiederanpfiff lief für die SVG allerdings zehn Minuten nichts mehr zusammen und Kriftel drehte die Partie. Spielmacherin Jana Lorenz stellte auf 17:16. Das Kliesch-Team kam durch Sarah Oschmann und Merle Bücker jedoch postwendend zurück (18:17, 43.) und erhöhte angeführt von der treffsicheren Merle Bücker weiter auf 21:18 (52.). Diesen Vorsprung brachte Fritzlar über die Zeit.

HNA Online /// MM /// Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar II mit viel Selbstvertrauen gegen Kriftel

Nach dem Derby-Coup gegen die SG 09 Kirchhof II gehen die abstiegsbedrohten Oberliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II mit viel Selbstvertrauen in die Partie gegen den Drittplatzierten TuS Kriftel (So. 16 Uhr, KHS-Halle).

„Wir rechnen uns durchaus Chancen aus“, gibt sich SVG-Trainer Gunnar Kliesch kämpferisch. Schon im Hinspiel boten die Domstädterinnen dem Favoriten beim 20:25 lange Paroli. Zwei Punkte wären für die Fritzlarerinnen von enormer Wichtigkeit. Mit einem Sieg könnte die Germania vier Spieltage vor dem Saisonende zu den Nichtabstiegsplätzen aufschließen.

Frei durch: Fritzlars Kreisläuferin Alina Küster soll Kriftels Abwehr durcheinander wirbeln. © Pressebilder Hahn

Der Drittliga-Absteiger verfügt über eine robuste Defensive und variiert zwischen einer 6:0- oder einer versetzten 5:1-Abwehrvariante. Hier ist der SVG-Rückraum um Maxie Hauschild und Hannah Grothnes gefordert, mutig in die Tiefe zu gehen. Und das Zusammenspiel mit den starken Kreisläuferinnen Alina Küster und Nadine Frank zu suchen „Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und Lücken reißen“, sagt Kliesch. Und nimmt zugleich seinen Rückraum in die Pflicht: „Da brauchen wir mehr Mut und Selbstvertrauen.“ Mit Rückkehrerin Anamaria Puda (Handbruch) steht zudem eine wichtige Alternative in der Abwehr wieder zur Verfügung. Dort muss Fritzlar besonders die torgefährlichen Spielmacherin Jana Lorenz (78 Tore) in den Griff bekommen.

HNA Online /// MM /// Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar II feiert Sieg des Willens gegen SG 09 Kirchhof II

Neue Hoffnung für den SV Germania Fritzlar II im Abstiegskampf der Handball-Oberliga: Durch den hart erkämpften 24:22 (12:10)-Erfolg im Derby gegen die SG 09 Kirchhof II nähert sich das Team von Trainer Gunnar Kliesch den allesamt sieglosen Abstiegskonkurrenten an.

Auch das SG-Juniorteam gerät nach der neuerlichen Niederlage immer mehr unter Druck. „Wir haben zu viele Geschenke verteilt. Das hat Fritzlar stark gemacht“, ärgerte sich Gäste-Coach Martin Denk über die vielen Fehlpässe und vergebenen Würfe. Die allerdings auch zu Stande kamen, weil Luisa Fischmann im Tor der Gastgeberinnen herausragend agierte.

Nicht zu stoppen: Fritzlars talentierte Kreisläuferin Luisa Krüger (am Ball) setzt sich hier gegen Kirchhofs Kirsten Bänfer (links) und Laura Sauerwald durch. © Pressebilder Hahn

Angetrieben durch Fischmanns insgesamt 20 Paraden kämpften sich ihre Vorderleute nach nervösem Beginn (3:5, 10.) in die Partie und starteten einen 6:0-Lauf. Dabei überzeugte vor allem der Mittelblock um das 17-jährige Top-Talent Luisa Krüger, die am Vortag noch in der 3. Liga West zu überzeugen wusste.

Die Folge: SG-Regisseurin Elisa Führ konnte keine spielerischen Akzente setzen, was den Kombinationsfluss der Denk-Sieben störte. „Wir hatten uns auf den SG-Rückraum gut eingestellt. Unser Plan ist aufgegangen“, freute sich Kliesch über den taktischen Schachzug. Jedoch versäumte es die Germania trotz eines Vier-Tore-Vorsprungs kurz vor der Halbzeit weiter wegzuziehen. Im Gegenteil: SG-Kapitänin Kirsten Bänfer brachte die Gäste mit drei ihrer sieben Treffer wieder auf 14:14 (36.) heran.

Von nun an entwickelte sich ein emotionsgeladenes Nervenspiel mit vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten. Wobei das Heimteam in den entscheidenden Situationen mehr Ruhe bewahrte. Einen besonderen Anteil daran hatte die zweite Leihgabe des Drittliga-Kader: Nele Bittdorf. Die Abiturientin brachte nach ihrer Einwechslung auf der Mitte wieder mehr Bewegung ins Germania-Angriffsspiel.

Was vor allem Meike Naumann, unter anderem mit einem herrlichen Heber von Außen über die reaktionsstarke SG-Torfrau Paula Küllmer hinweg, die Ex-Kirchhoferin Hannah Grothnes und eben Krüger zu nutzen wussten. Zwar pirschte sich die Zweitliga-Reserve nach erfolgreichen Tempogegenstößen durch Laura Sauerwald und Siebenmetern von Lea Günther noch einmal heran. Doch der Tabellenvorletzte hielt dem Druck dank Willensstärke und Leidenschaft stand. Was für Kliesch der Schlüssel zum Derbysieg war: „Mein Team hat einen Tick mehr Herz bewiesen als der Gegner.“

Fritzlar II: Fischmann (20 Paraden/21 Gegentore), Suchy (bei einem 7 m, 0/1), Hauschild 2, Alter, Naumann 3, Frank 2, Grothnes 3, Albus 4/2, Bachmann, Oschmann 1, Bittdorf 1, Werner 2, Bücker 2, Krüger 4.

Kirchhof II: Dasenbrock (2/11), Küllmer (13/13), Horn 3, Lucas 3, Immelnkämper 1, Führ, Sauerwald 3, Konklowsky, Herwig, Günther 4/4, Bänfer 7, Kühlborn, Spatz 1, Vaupel.

SR: Hoffelner/Siedel. Zuschauer: 150.

Siebenmeter: 2/2:4/4. Zeitstrafen: 6:6 Minuten.

HNA Online /// Fabian Seck /// Foto: Hahn

SV Germania Fritzlar hat die Meisterschaft nach 32:23 wieder im Blick

Jetzt ist es nur noch Punkt: Die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar haben mit 32:23 (18:12) bei der HSG Blomberg-Lippe II gewonnen.

Da Spitzenreiter HSV Solingen-Gräftrath bei Bayer Leverkusen II mit 20:29 patzte, können die Domstädterinnen wieder auf die Meisterschaft in der 3. Liga West hoffen. Allerdings hat der HSV das eindeutig leichtere Restprogramm und muss lediglich noch gegen vier der letzten Fünf der Tabelle antreten. Ehe es für den Zweiten Fritzlar am 7. April gegen den 1. FC Köln weitergeht, hatte die Germania in Blomberg 48 Minuten lang alles im Griff.

Zwei Stützen beim 32:23: Fritzlars Bibiana Huck (links) und Luisa Krüger. © Pressebilder Hahn

Bis zur Pause brillierte das Team von Trainer Lucky Cojocar. „Wir haben den Gegner an die Wand gespielt“, frohlockte der Handball-Lehrer. Cojocar wechselte im ersten Durchgang munter durch, nachdem ein Traumstart zum 7:1 angetrieben von der überragenden Außen Bibiana Huck gelungen war (10.).

Xenia Ahrend zeigte sich ebenso torhungrig und Top-Talent Luisa Krüger sprang ungewohnt auf der Mitte bei einer Manndeckung gegen Spielmacherin Esther Meyfarth in die Bresche. Zudem hatte Abwehrspezialistin Janina Dreyer gute Szenen und bewies Zug zum Tor. Bis zum 18:11 nach einem verwandelten Siebenmeter von Huck (30.) lief alles nach Plan. Doch ein Treffer der agilen Cara Reiche kurz vor dem Seitenwechsel gab der HSG II neuen Mut.

Zwölf Minuten ging nichts

Nur zwölf Minuten brauchte das Team von Trainer Björn Piontek, um zum 20:20 auszugleichen (42.). „Wir waren stets einen Schritt zu spät“, haderte Cojocar mit dieser Phase. Doch Fritzlar fing sich schnell wieder. Nun mit Vanessa Maier im Tor. Ausgerechnet Nele Bittdorf und der spielmachenden Kreisläuferin Krüger, also den beiden jüngsten im Kader, sorgten für eine 22:20-Führung (43.). Dreyer kassierte zwar wenig später eine Zeitstrafe, doch das machte gar nichts. Maier parierte einen Siebenmeter von Emma Ruwe, was Huck und Ahrend mit zwei Treffern in Unterzahl zum 24:20 veredelten.

Der Rest war ein Schaulaufen der Domstädterinnen, die in den letzten 19 Minuten lediglich noch drei Tore zuließen. Die HSG, deren Vorzeige-Talente Munia Smits, Ndidi Agwunedu und Nele Franz zeitgleich mit dem Bundesliga-Team nur 26:30 beim Thüringer HC unterlagen, hatte nichts mehr zuzusetzen. Die spielfreie Zeit bis zum 7. April möchte Coach Cojocar nutzen, um noch etwas Kondition zu bolzen. Damit das Team da ist, falls der HSV noch einmal schwächelt.

Fritzlar: Maier, Gürbig, Dietrich 1, Bittdorf 1, Huck 11/5, Ahrend 7, Puntschuh 3, Lorenz, Meyfarth 1, Duknauskaite, Dreyer 3, Kiwa 1, Krüger 4/1.

SR: Blunck/Meczeyzik. Zuschauer: 90.

Siebenmeter: 3/2:8/6. Zeitstrafen: 0:4-Minuten.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn

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