Gelingt Cojocar erster Auswärtssieg?

Fritzlar. Es geht in die Sachsenhalle Chemnitz. Und damit zu einem der härtesten Auswärtsspiele für die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar, denn die Gastgeberinnen sind mit durchschnittlich 350 Fans einer der Zuschauermagneten der 3. Liga Ost. „Wir müssen den Fight annehmen. Einen roten Teppich bekommen wir dort sicher nicht ausgerollt“, sagt SVG-Coach Lucky Cojocar vor der Partie beim abstiegsbedrohten Neuling HV Chemnitz.

Von den vier Kellerkindern hat der HV die mit Abstand beste Tordifferenz (lediglich minus 19) und verlor bis auf den Vergleich gegen den HC Leipzig (23:32) fast alle Spiele knapp, zweimal sogar nur mit einem Tor. Zwei der vier jüngsten Duelle gewann das Team von Trainer Thomas Sandner: 27:22 gegen HSG Plesse-Hardenberg und 19:15 beim TuS Kriftel.

Das ist ein großer Verdienst von Abwehrchefin Petra Starcek. Die 34-Jährige verfügt über Bundesliga-Erfahrung von ihren Stationen beim BSV Sachsen Zwickau (2010 bis 2016) und zuvor Thüringer HC (2008 bis 2010). Die Kroatin dürfte in erster Linie von Hannah Puntschuh bearbeitet werden. Die frühere Böddigerin ist nach der Pause für Kapitänin Lorena Lorenz (Schwangerschaft) die einzige gelernte Kreisläuferin im Kader, der sich auf 13 Spielerinnen reduziert hat. Alternativ steht Allrounderin Xenia Ahrend bereit.

„Die Mädels haben eine tolle Moral. Wir können auch enge Spiele gewinnen“, sagt Coach Cojocar, der seinen ersten Auswärtssieg mit der Germania feiern möchte. Denn der Rumäne hat alle drei Heimspiele mit Fritzlar gewonnen – und will nun den Makel der Niederlage bei der FSG Ober Eschbach/Vortaunus (23:29 nach 19:13-Führung) endgültig beseitigen. Dazu gehen die Domstädterinnen in die Offensive. „Die Abwehr mit unseren Torhüterinnen steht. Jetzt müssen wir vorne weiter Fehler abstellen und das Tempo erhöhen“, fordert Cojocar, der im Training mit der Entwicklung seiner angriffslustigen Philosophie zufrieden ist. Gefordert sind die Flügelflitzerin Lena Dietrich und Bibiana Huck. Linksaußen Dietrich weiß, wie der HV zu knacken ist – und war beim 22:19 im Hinspiel mit neun Treffern der entscheidende Faktor.

HNA-Online vom 08.03.18 (sbs) Foto: svg/zerhau