Germania Fritzlar erwartet Top-Talente des TV Aldekerk

Fritzlar. Das wird eine spannende Aufgabe: Der SV Germania Fritzlar hat in der 3. Handball-Liga West den TV Aldekerk zu Gast (So. 17 Uhr, Sporthalle König-Heinrich-Schule).

Und damit ein Team mit fast ausschließlich Eigengewächsen und einem Altersdurchschnitt von nur 21 Jahren. Flankiert von der A-Jugend in der Bundesliga. Was nach einem Juniorteam eines Erstligisten klingt, ist der ATV, der am Sonntag erstmals in Fritzlar gastiert.

Ein starker Rückhalt: Auf Paraden von Vanessa Maier (hier gegen Dortmunds Caroline Müller beim Domstadt-Cup) kommt es für Fritzlar auch gegen den TV Aldekerk an. © Pressebilder Hahn

„Spielerisch erwartet uns ein ähnliches Kaliber wie der BVB II oder Leverkusen II. Das sind top ausgebildete Talente, bei denen die Offensive großgeschrieben wird“, betont SVG-Coach Lucky Cojocar mit Blick auf den kommenden Gegner. Der Turnverein aus der Gemeinde Kerken nahe Düsseldorf hat sich der Nachwuchsarbeit verschrieben und stellt aktuell 23 Teams, bei den Mädchen (12) und Jungen (11). Zudem mischen jeweils vier Mannschaften im Damen- und Männerbereich mit. Das Aushängeschild des ATV sind mittlerweile die Damen.

Glücksgriff Dagmara Kowalska

2015 gelang den Nordrhein-Westfälinnen ein Glücksgriff mit Dagmara Kowalska. Der 105-fachen Nationalspielerin Polens, die in Deutschland für den VfL Oldenburg, SC Markranstädt und Borussia Dortmund in der Bundesliga spielte. Als B-Lizenz-Inhaberin übernahm die Rückraumspielerin den Trainerposten in der Oberliga, führte Aldekerk direkt zum erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga und aktuell auf den fünften Platz.

Mit den Zwillingen Angelina (49/17-Tore, Rechtsaußen) und Fabienne Huppers (19/6, Spielmacherin) sowie den weiteren Rückraumspielerinnen Pia Kühn (32), Svenja Rottwinkel (27/4), Lisa Kunert (25) und Jaqueline Gilej (17) versprüht der TVA viel Torgefahr. In den jüngsten sieben Partien gelangen dem Kowalska-Team jeweils mindestens 27 Treffer. Zuletzt gab es sogar einen 38:22-Kantersieg gegen den BVB II. Diese Leistung gilt es nun im Verfolgerduell in der Domstadt zu bestätigen: „Fritzlar spielt sehr schnell und dynamisch, ist als Mannschaft komplett. Aber wir nehmen die Boxhandschuhe mit und den Kampf an“, betont die Trainerin, der personell bis auf die Langzeitverletzte Lena Heimes (im Aufbau nach doppeltem Arm-Bruch) aus dem Vollen schöpfen kann.

Auf der Gegenseite baut Cojocar auf das Team, das zuletzt beim 25:15 in Köln und 32:19 gegen Garrel zurück zu alter (Abwehr-) Stärke gefunden hat. Auch die angeschlagenen Melina Horn (Grippe) und Vanessa Maier (Rückenbeschwerden) dürften dabei sein. „Die Einstellung von Vanessa ist bemerkenswert, weil sie sich seit drei Wochen mit Schmerzen quält“, lobt der Coach die Torfrau, die neben ihren Paraden die langen Pässe drauf hat. Und so das eigene Tempospiel mit der formstarken Bibiana Huck und Lena Dietrich forcieren kann. Ganz im Sinne Cojocars, der der jugendlichen Unbekümmertheit des ATV mit noch mehr Schnelligkeit begegnen möchte.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn