Germania Fritzlars Rumpfteam feiert Erfolg in Leverkusen

Was machte eine Mannschaft, die mit Torfrau Vanessa Maier, Regisseurin Esther Meyfarth und Rückraumspielerin Melina Horn kurzfristig auf drei Leistungsträgerinnen verzichten muss?

Deren Trainer Lucky Cojocar ebenfalls erkrankt kaum ein Wort ans Rumpfteam richten kann? Die nach drei sieglosen Partien ohnehin nicht vor Selbstvertrauen strotzt? Im Falle des Handball-Drittligisten SV Germania Fritzlar: Sie gewinnt das Wiederholungsspiel der West-Staffel bei Bayer Leverkusen II mit 27:26 (12:10).

Starke Vorstellung: Maria Kiwa gelangen beim 27:26 in Leverkusen sieben Tore für Fritzlar. © Pressebilder Hahn

„Hut ab, wie die Mädels mit dieser Extremsituation umgegangen sind. Dadurch hat sich der Einspruch für uns gelohnt“, sagte der Sportliche Leiter Steffen Schmude. Da Borussia Dortmund II mit 32:34 gegen den TV Oyten unterlag, sind die Domstädterinnen wieder Tabellenzweiter.

Wenig verwunderlich war’s ohne zusätzlich Nele Bittdorf (anstehende Abiturprüfungen) allerdings ein Erfolg mit Anlauf. Denn nach sechs Minuten lag die Bundesliga-Reserve mit 4:1 vorn. Konsequenz: Luisa Krüger, ebenfalls erkältet mitgereist, verstärkte die Abwehr. Im Mittelblock sorgten Janina Dreyer und Vilte Duknauskaite für Sicherheit. Die Litauerin, die im Sommer ihre Karriere beendet, zeigte sich zudem treffsicher. Mit drei Toren sorgte die Halblinke für den schnellen Ausgleich zum 5:5 (10.).

Ahrend setzt Akzente

Das ermutigte Maria Kiwa auf Halbrechts als Ersatz für Horn (Fußverletzung) ebenfalls Gas zu geben. „Maria hat endlich mal durchgezogen“, sagte Schmude mit Blick auf die Vorstellung der 23-Jährigen, der erstmals sieben blitzsaubere Treffer für die Domstädterinnen gelangen. Über 9:7 (25., Xenia Ahrend), 13:10 (31., Kiwa) und 20:16 (41. Ahrend) setzte sich Fritzlar angetrieben von der emsigen Spielmacherin Ahrend vorentscheidend ab.

Allerdings: Bayer gab sich nicht geschlagen und verkürzte nach dem verwandelten Siebenmeter von Bibiana Huck zum 26:22 (51.) federführend durch Mareike Thomaier (7/3) und Dana Gruner (5/1) noch einmal. SVG-Torfrau Lea Gürbig hielt mit drei wichtigen Paraden den Vorsprung fest. 20 Sekunden vor Schluss gelang Spielmacherin Thomaier das 26:27. Dann nahm Cojocar eine letzte Auszeit. Die Vorgabe: Den Ball nicht mehr verlieren. Das gelang. Fritzlar kam zwar nicht mehr aus der eigenen Hälfte, wurde aber von der Schlusssirene erlöst.

Fritzlar: Fischmann (bei einem 7 m), Gürbig (1.-60.), Dietrich 1, Holeczy, Huck 6/4, Ahrend 5, Puntschuh 1, Lorenz, Duknauskaite 5, Dreyer 1, Kiwa 7, Krüger 1.

SR: Sakovski/Schneider. Zuschauer: 75.

Siebenmeter: 5/4:4/4. Zeitstrafen: 2:4-Minuten.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn