Meyfarth führt Germania Fritzlar zum 24:21-Sieg gegen HC Leipzig

Glänzte als Antreiberin und Vollstreckerin: Fritzlars Spielmacherin Esther Meyfarth, die hier der Leipzigerin Sharleen Greschner (links) entwischt und einen ihrer sieben Treffer erzielt. © Hahn

Fritzlar. Auf einmal lief‘s bei Germania Fritzlar. Plötzlich wurde aus einem ausgeglichenen Spiel ein einseitiges. Unversehens war‘s um Gegner HC Leipzig geschehen. Nach einem 6:0-Lauf zum 20:13 nach 47 Minuten nämlich – die Vorentscheidung. Und auch wenn die Gäste danach noch etwas Ergebniskosmetik betrieben, war am 24:21-Erfolg des heimischen Handball-Drittligisten nicht mehr zu rütteln.

Allerdings: Viel Zeit zum Jubeln hatten die Fritzlarerinnen nach dem Abpfiff nicht, denn Trainer Cojocar bat sogleich zu einer kurzen Besprechung. „Wir können es besser“, schärfte er seinen Schützlingen ein. Besser als in den letzten 13 Minuten, „als wir nur noch von unserem Sieben-Tore-Vorsprung gelebt haben.“ Wie gut sie es können, zeigten sie nach der Pause, als die Partie kurzzeitig zugunsten der Leipziger Talente zu kippen drohte. Lucie-Marie Kretzschmar und Julia Weise, in der ersten Hälfte bis zur 20. Minute geschont, hatten gerade für eine 12:10-Führung des Ex-Meisters gesorgt (32.), ehe Esther Meyfarth entschlossen die Sache in die Hand nahm.

Mit vier Treffern in Folge schaffte die Spielmacherin die Wende im Alleingang, ehe sich dann auch ihre Nebenleute fingen. Xenia Ahrend etwa mit knallharten Würfen aus der Halbdistanz oder auch Melina Horn, die sich nun endlich traute. „Wir haben unsere Chancen disziplinierter herausgespielt und auch besser genutzt“, lobte Constantin Cojocar seine Offensivabteilung, während Kollegin Marion Mendel mit vielen vergebenen Möglichkeiten ihres Teams haderte.

Die gingen größtenteils auf das Konto einer überragenden Lea Gürbig, die ihren Kasten phasenweise zunagelte. Die Torfrau hatte schon in der ersten Hälfte, als die Partie noch auf des Messers Schneide stand, mit ihren elf Paraden dafür gesorgt, dass ihre Mannschaft trotz erheblicher Probleme mit der gegnerischen 6:0-Deckung immer im Spiel blieb. „Meine Vorderleute haben es mir aber auch leicht gemacht, in dem sie die Schützen immer rechtzeitig störten“, gab die 23-Jährige die Komplimente an ihre Vorderleute weiter.

Trotzdem ist die Entwicklung der langjährigen Torhüterin der SVG-Reserve, die erst in dieser Saison fest ins Drittliga-Team aufstieg, bemerkenswert. Nach Maiers Verletzung meisterte sie die alleinige Verantwortung im Tor mit Bravour. „Vielleicht ist der Druck ja sogar positiv“, mutmaßte die ehemalige Nummer zwei. Die nun Lunte gerochen hat und auch die letzten beiden Spiele gewinnen will. In diesem Fall wäre sogar noch die Vize-Meisterschaft möglich. Fritzlar: Gürbig (18 Paraden/21 Gegentore); Dietrich 2, Holeczy, Huck 5/2, Ahrend 3, Puntschuh, Horn 5, Kerwin, Meyfarth 7/2, Duknauskaite 2, Dreyer, Kiwa. Leipzig: Kröber (9/16), Keller (ab 45., 3/8); Uhlmann 1, Anosrge 3/2, Weise 3, Kerestely 5/2, Theilig, Schierbok 2, Guderian 2, Greschner, Kretzschmer 4, Buth, Röpcke 1, Conrad. SR: Hehn/Tauchert. – Z.: 300. Siebenmeter: 5/4:7/4. Strafzeiten: 8:2-Minuten.

09.04.2018 // Ralf Ohm // hna.de // Foto: Hahn