Oberliga: Derby der Kriselnden im Zeichen des Abstiegskampfes

Das Oberliga-Derby zwischen den Handballerinnen des SV Germania Fritzlar II und der SG 09 Kirchhof II am Sonntag um 16 Uhr in der KHS-Halle Fritzlar lockt.

Um ihre Chance auf den Klassenerhalt zu wahren, brauchen die Gastgeberinnen unbedingt einen Sieg. Kirchhof muss gewinnen, um nicht in den Abstiegsstrudel hineingezogen zu werden. Wir hörten uns in beiden Lagern um:

SV Germania Fritzlar II

Keine Frage, die Domstädterinnen stecken in einer Krise. Seit elf Partien wartet das Team von Trainer Gunnar Kliesch auf einen Sieg. Wobei vor allem die Verletztenmisere der Germania zu schaffen macht, denn ohne Johanna Fischer, Jana Hoppe und Sarah Oschmann fehlt im Rückraum die Durchschlagskraft. Hier mühten sich in den vergangenen Wochen Hannah Grothnes, Maxie Hauschild und Theresa Werner zumeist vergebens.

Nur schwer zu halten: Fritzlars Maxie Hauschild soll aus dem Rückraum für Torgefahr sorgen.© Pressebilder Hahn

Dennoch zeigt zumindest die Formkurve des Oberliga-Aufsteigers nach oben. „Wille und Einsatzbereitschaft stimmen“, sagt der Fritzlarer Trainer. So unterlag das Team zuletzt nur knapp. Im Derby gegen Böddiger fiel die Entscheidung in den Schlussminuten. „Uns unterlaufen zu viele technische Fehler, so dass wir die Spiele noch wegschenken“, erklärt Kliesch.

Gegen Kirchhof soll das diesmal nicht passieren. „Die SG ist in der Breite gut besetzt, hat eine starke Deckung und eine gute zweite Welle“, warnt der SVG-Coach. Neben Nina Suchy und Luisa Fischmann im Tor kann er wohl erneut auf die Katja Zeller setzen. Auch die reaktivierte Nadine Frank sorgte in der 6:0-Deckung zuletzt für mehr Stabilität.

SG 09 Kirchhof II

Das Juniorteam präsentierte sich zuletzt als launische Diva. Couragierten Auftritten wie beim 24:19-Erfolg in Wiesbaden stehen ernüchternde Leistungen in eigener Halle gegenüber. So unterlag die Denk-Sieben Schlusslicht Sulzbach und enttäuschte vergangenes Wochenende beim 17:25 gegen Wettenberg auf ganzer Linie. Noch droht Kirchhof kein Abstiegskampf, doch das Team sollte den Schalter möglichst bald umlegen. Ansonsten sind die guten Ergebnisse der Hinrunde bald verspielt. „Wir sind in der Pflicht und müssen unbedingt punkten“, weiß auch SG-Coach Martin Denk.

Im Angriff agierte die SG zuletzt zu statisch, allein Elisa Führ sorgte im Rückraum mit Einzelaktionen für Torgefahr. Auch die starken Außen Andra Lucas und Lea Immelnkämper kamen kaum zum Zug. Während Deborah Spatz und Marie Herwig aus der zweiten Reihe die Durchschlagskraft fehlte und auch Sandra Kühlborn unter ihren Möglichkeiten blieb

Am Kreis und in der Abwehr gesetzt: Kirsten Bänfer, die ein enges Spiel erwartet.© Richard Kasiewicz

„Wir brauchen eine bessere Stimmung, mehr Emotionen und mehr Kampf“, fordert Spielmacherin Führ. Ohne diese Tugenden dürfte im Derby kaum zu bestehen sein. „Fritzlar braucht unbedingt Punkte. Das wird eine ganz andere Partie als noch im Hinspiel“, warnt SG-Kapitänin Kirsten Bänfer.

HNA Online /// Marcel Glaser /// Foto: Hahn, Richard Kasiewicz