SV Germania Fritzlar favorisiert gegen BV Garrel

Fritzlar. Jammern ist ein Begriff, der im Wortschatz von Coach Lucky Cojocar nicht vorkommt. Das ist gut für die Handballerinnen des SV Germania Fritzlar, denn in der Trainingswoche vor dem Heimspiel gegen den BV Garrel (So. 17 Uhr, Sporthalle König-Heinrich-Schule) lief es nicht nach Wunsch.

„Ich arbeite immer lösungsorientiert, nicht problemorientiert“, betont Cojocar, dem am Dienstag im Training nur acht Spielerinnen zur Verfügung standen. Neben der Langzeitverletzten Anna Holeczy, die nach einer Operation nun eine Platte mit sieben Schrauben in der Hand hat, fällt jetzt Vilte Dukauskaite bis zum Jahresende aus (Muskelfaserriss in der Wade). Jeweils eine Einheit verpassten die Torhüterinnen Vanessa Mayer und Lea Gürbig aus beruflichen Gründen. Hier half immerhin Katja Zeller aus der Reserve aus.

Hinein ins Vergnügen: Hannah Puntschuh (am Ball), hier vor Eddersheims Links: Lena Thoß, peilt mit dem SV Germania Fritzlar einen Heimsieg gegen den BV Garrel an. © Pressebilder Hahn

Fragezeichen stehen zudem hinter den Einsätzen der Rückraumspielerinnen Esther Meyfarth und Janina Dreyer, die grippegeschwächt pausieren mussten. Somit winken Maria Kiwa auf Halblinks und im Mittelblock mehr Einsatzzeiten. Die 22-Jährige, die 2017 vom Oberligisten HSG Zwehren/Kassel kam, hat Selbstvertrauen getankt. Beim 25:15 in Köln gelangen der Nummer 28 zwei Treffer. Einer davon mit Übersicht ins leere Tor, als der FC mit der siebten Feldspielerin angriff.

Wichtig für die Germania, dass die erfahrene Kreisläuferin Hannah Puntschuh voll auf dem Damm ist, nachdem sie in der Schlussphase in Köln einen Schlag auf den Kopf bekam. Die zweite Kreisläuferin, die 17-jährige Luisa Krüger, hat sich in der 5:1-Deckung als Vorgezogene etabliert. Und misst sich nun mit einer bundesliga-erprobten Kraft.

Erstklassig erfahrene Spielertrainerin

Denn bei Aufsteiger Garrel ist seit dieser Saison Renee Verschuren als Spielertrainerin tätig. Die 33-Jährige hat für den SVG Celle und Bayer Leverkusen von 2008 bis 2017 erst- und zweitklassig sowie im Europapokal gespielt und gibt nun von Halblinks die Richtung vor. Allerdings erst im Laufe des Spiels, weil die B-Lizenz-Inhaberin das Geschehen zunächst von der Bank aus verfolgt, um besser reagieren zu können. Eine Stammkraft ist Merle Osterhun auf Halbrechts, deren Schwester Nele bei Zweitligist Werder Bremen spielt und die wie einige aus dem Team des Ballvereins beim benachbarten Bundesligisten VfL Oldenburg im Nachwuchsbereich reifte.

Nach zehn Jahren in der vierten Liga baut Garrel auf einen ausgeglichenen Kader, ist allerdings ernüchtert, weil noch ohne Sieg. Bei den jüngsten Unentschieden gegen Oldenburg II (24:24) und Bonn (21:21) verspielte der BV jeweils eine Vorsprung von bis zu sechs Toren. „Wir waren mehrmals dicht dran und haben das Potenzial, die Klasse zu halten. Allerdings fehlt uns die Erfahrung in der 3. Liga“, betont Verschuren, die wie einige Mitspielerinnen zuletzt etwas erkältet war. Auch sie jammert nicht und sagt: „Wir können frei aufspielen.“

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn