SV Germania Fritzlar gewinnt Krimi gegen TV Aldekerk

Fritzlar. Das war nichts für schwache Nerven: Noch nach der Sirene mussten die Handballerinen des SV Germania Fritzlar um den 24:23 (10:11)-Sieg gegen den TV Aldekerk in der 3. Liga West bangen.

Da bot sich Pia Kühn – wenn auch aus spitzem Winkel – eine letzte Gelegenheit für die tapferen Gäste. Ihr Wurf blieb am Fritzlarer Block hängen. Und sorgte für grenzenlosen Jubel bei den Domstädterinnen. „Aldekerk war ein sehr guter Gegner, das wertet die zwei Punkte auf. Sie haben alle Anlagen für eine Spitzenmannschaft“, zollte SVG-Coach Lucky Cojocar dem Turnverein Respekt.

Mit vollem Einsatz: Fritzlars Janina Dreyer (Nummer 25) wirft sich hier in den Zweikampf mit Aldekerks treffsicherer Rechtsaußen Angelina Huppers. © Pressebilder Hahn

Viel Kampf war notwendig, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Unter 25 Toren wollte die Germania das junge und angriffslustige Team von Trainerin Dagmara Kowalska halten. Da bedurfte es guten Leistungen der beiden Torhüterinnen Vanessa Maier und Lea Gürbig, die diesmal jeweils eine Halbzeit lang parierten.

Von Beginn an war’s ein Duell auf Augenhöhe. Der TVA agierte mit einer 5:1-Deckung und Fabienne Huppers als Vorgezogene, die sich der Dienste von SVG-Regisseurin Esther Meyfarth annahm. Die meisten Würfe wagte Fritzlars Halbrechte Melina Horn, die Pech mit Latte (2.) und Pfosten (6.) hatte. Auch deshalb drehte Aldekerk einen 1:3-Rückstand (7., Horn) zu einem ersten 5:4-Vorsprung (13.).

„Wir hatten das Spiel schon im Griff. Aber im Angriff waren wir nicht so effektiv“, machte Cojocar einen Unterschied zu den drei souveränen Erfolgen zuvor aus. Das Kowalska-Team ließ sich nicht abschütteln. Nicht, als den Gästen dreimal der Pfosten im Weg stand. Und nicht, als sich in der Folge Fritzlar auf 9:6 absetzte (24.). Angetrieben von Rechtsaußen Huppers erarbeitete sich der TVA eine 11:10-Halbzeitführung.

Kiwa fügt sich glänzend ein

Auch nach der Pause wechselten sich Vorsprung und Rückstand ab. Bei Aldekerk nahm sich die Halbrechte Svenja Rottwinkel erfolgreich viele Würfe. Als dann Kreisläuferin Lisa Beyer zum 15:15 traf und eine Zeitstrafe gegen Meyfarth zog, wurde es richtig brenzlig. Die Nerven behielten Xenia Ahrend, die zwei wichtige Siebenmeter verwandelte und Maria Kiwa, die nach ihrer Hereinnahme drei Tore mit drei Würfen erzielte.

Auch das 23:20 durch Horn (54.) war noch keine Entscheidung. Aldekerk glich abermals aus, ehe Meyfarth das 24:23 glückte (58.) und ihr Team 70 Sekunden in der Verteidigung meisterte. „Am Ende hat uns eine Idee gefehlt. Schade, dass wir uns für diesen starken Auftritt nicht belohnen konnte“, sagte Kowalska.

Fritzlar: Maier (1. HZ, 8 Paraden/12 Gegentore), Gürbig (2. HZ, 7/11) – Dietrich 2, Bittdorf, Huck 2/2, Ahrend 4/2, Puntschuh 2, Horn 4, Meyfarth 4, Dreyer 2, Kiwa 3, Krüger 1.

Aldekerk: Cengiz (12/20), Leuf (bei zwei 7 m/ab 56. Minute, 1/4) – A. Huppers 7/4, Rütten 1, Kühn 2, F. Huppers 2, Beyer 2, Gilej 1, van Neerven 1, Kern, Löwenthal, Rottwinkel 6/1, Kunert, Bleckmann 1.

SR: Arndt/Schukin. Zuschauer: 150.

Siebenmeter: 5/4:6/5. Zeitstrafen: 6:6-Minuten.

HNA Online /// Sebastian Schmidt /// Foto: Hahn