SV Germania Fritzlar war nur in der Abwehr spitze

Auf- und Absteiger

Denn: Die Titelträume des lange Zeit souveränen Spitzenreiters HSG Gedern/Nidda platzten eigentlich am letzten Spieltag. So zeigte das Team von Trainer Christian Breiler Nerven und ging bei der TSG Ober-Eschbach 20:30 unter – mit der Folge, dass die Mittelhessinnen auf der Zielgerade noch von der SG Kleenheim abgefangen wurden. Weil die jedoch ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnahmen, gehen die HSG-Handballerinnen in der kommenden Saison trotzdem in der 2. Liga an den Start. Am Tabellenende herrschte schon vor dem letzten Spieltag Klarheit. Den Gang in die Oberliga müssen die HSG Plesse-Hardenberg, der TuS Kriftel und der HV Chemnitz antreten.

Germania Fritzlar

Die Domstädterinnen spielten eine durchwachsene Saison, erreichten dennoch ihr Ziel und schlossen auf dem dritten Platz ab. Dabei holte das Team sogar einen Punkt mehr als in der Spielzeit 2016/17. Allerdings präsentierte sich die Germania auch diesmal als launische Diva. Starken Auftritten wie beim Sieg über Tabellenführer Gedern/Nidda standen zähe Partien gegenüber. So ließen die SVG-Handballerinnen in eigener Halle Punkte gegen Eddersheim und Mainz liegen. Und blamierten sich bei der 21:24-Pleite bei Aufsteiger Birkenau.

Trainerwechsel

Die Trennung von Viktoria Marquardt im Dezember und die Verpflichtung von Lazar Constantin „Lucky“ Cojocar als neuen Fritzlarer Coach blieb nicht der einzige Trainerwechsel. Kleenheim leistete sich mit Tobias Lambmann, Johannes Wohlrab und Julian Reusch gleich drei Übungsleiter. Ähnlich turbulent ging es bei der FSG Ober-Eschbach zu. Für Slobodan Jankovic war bereits nach drei Spieltagen Schluss. Sein Nachfolger Holger Hölzinger warf nach nur fünf Spielen aufgrund eines Streits mit FSG-Manager Gerhard Döll das Handtuch. Auf ihn folgte der frühere Hüttenberger Zweitliga-Spieler Marc Langenbach.

Serientäter

Die längste Siegesserie startete Gedern/Nidda. Nach neun Erfolgen ließen die Mittelhessinnen erst am zehnten Spieltag beim 23:23 in Kleenheim den ersten Punkt liegen. Aufsteiger Plesse-Hardenberg musste hingegen die längste Durststrecke verkraften. Nach zehn Pleiten in Folge gelang am 16. Dezember gegen Kriftel (22:14) der erste Sieg.

Offensive

Nur 6415 Treffer wurden in der Ost-Staffel erzielt – so wenig wie in keiner anderen 3. Liga (Die West-Staffel ist mit 7269 Treffern top). Im Schnitt sahen die Zuschauer 48,6 Tore. Am spielfreudigsten präsentierte sich in der Offensive Leipzig mit 590 Toren, während Schlusslicht Plesse-Hardenberg gerade einmal 446 Treffer erzielte. Ausgerechnet die Begegnung zwischen den beiden Teams war die torreichste der gesamten Saison (37:28). Die wenigsten Treffer hingegen fielen in der Partie zwischen Gedern/Nidda und Fritzlar (19:17). Bei der Germania haperte es in der Offensive. 535 Tore erzielte das Team. Nur Plesse, Chemnitz, Kriftel und Birkenau trafen seltener.

Abwehr

Die Fritzlarer 6:0-Deckung um Esther Meyfarth und Neuzugang Vilte Duknauskaite war auch in dieser Saison eine Bank. Im Schnitt kassierte die Germania gerade einmal 21,5 Tore – das ist spitze. Zudem war auf Vanessa Maier und Lea Gürbig im SVG-Kasten Verlass. Aufsteiger Kriftel legte hingegen wenig wert auf Defensivarbeit und kassierte im Schnitt 29 Treffer pro Partie.

Zuschauer

Sahen 2016/17 im Schnitt noch 178 Zuschauer ein Spiel, waren es in dieser Spielzeit rund 225 pro Partie. Damit verfügte die Ost-Staffel über die meisten Zuschauer aller Drittliga-Staffeln.